Chinesische Diagnostik

Die Chinesen haben die Bedeutung der Präventivmedizin als wichtigsten Faktor der Volksgesundheit schon früh erkannt und gepflegt.

Vom Arzt verlangt das die Fähigkeit, Anzeichen für aufkommende Leiden erkennen und deuten zu können, noch bevor der Patient einen schweren Schaden erlitten hat. Die Diagnostik der chinesischen Medizin stützt sich auf vier Verfahren:

Chinesische Patienten gehen zum Pulsfühlen, nicht zum Arzt. Diese in Asien gängige Redewendung klingt für unsere Ohren ungewohnt. Gleichzeitig ist sie ein wertvoller Schlüssel zur östlichen Medizin, denn diese betrachtet kranke Menschen als Einheit, deren Balance gestört ist. Ein chinesischer Arzt erforscht viele körperliche und psychische Signale, unter anderem die Tiefe, Geschwindigkeit, Form und den Rhythmus des Pulses. Im Lauf dieser Erhebung (Anamnese) erkennt er Beziehungen, die westlich orientierten Betrachtern verborgen bleiben

Die Ertastung der Pulse: Der chinesische Arzt unterscheidet viele verschiedene Pulsqualitäten, z.B. einen oberflächlichen oder einen tiefen Puls, einen erschöpften, einen rauhen, der sich anfühlt als ob man mit einem Messer über Bambus schabt, oder einen saitenförmigen, scharf gespannt wie eine Lautensaite. Zusätzlich unterscheidet der chinesische Arzt verschiedene Lagen der Pulse am Handgelenk, welche verschiedene Pulsbilder liefern und einem bestimmten Funktionskreis zugeordnet werden. Derart gewinnt man durch Tastung der Pulsqualitäten Rückschlüsse für energetische Veränderungen im Körper.

Die so gesammelten Daten werden werden als Bausteine eines Entsprechungssystems geordnet und weisen auf entsprechende Bereiche in diesem Gebäude, die wir Funktionskreise nennen. Die einzelnen Beobachtungen sind Mosaiksteine in einem Bild, welches ein Disharmoniemuster offenbart. Symptome, krankhafte Veränderungen weisen in spezifischer Weise auf Schwachstellen, Schädigungen, Entgleisungen in diesem Funktionsgefüge hin. Die chinesische Diagnose verschafft uns darüber Klarheit, welche funktionellen Störungen, welche energetischen Entgleisungen vorliegen.

Die Befragung: Dazu gehören die Temperaturempfindung des Patienten, die Art und das Auftreten von Schweiss, die Besserung oder Verschlechterung der Symptome in Abhängigkeit von Nahrungsmitteln, Witterungslage, Tageszeit, etc., ferner Appetit, die Zu- und Abneigung gegen bestimmte Geschmacksrichtungen, Verdauung, Stuhlgang, Wasserlassen, die Funktionstüchtigkeit der Sinnesorgane, der Schlaf, die Träume, usw.

Die Betrachtung des Patienten ermittelt die Veränderungen, die der Arzt mit dem Auge erkennen kann. Am wichtigsten ist die Zungendiagnose als subtiler Spiegel des energetischen Zustandes. Dabei wird der Zungenkörper nach Farbe, Form, Beweglichkeit und Stärke und der Zungenbelag nach Färbung, Ausdehnung, Feuchtigkeit, Klebrigkeit und Haftfestigkeit beurteilt. Es werden aber auch eine Vielzahl weiterer Merkmale am Körper, sowie die Gesamterscheinung und die Bewegungsart registriert.

Die Beurteilung von Klang und Geruch dient der diagnostische Bewertung von Stimme und Sprache. Der Arzt beurteilt den Klang von Husten und Atmung, die Geräusche von Schluckauf und Rülpsen, Würgen und Erbrechen. Die Geruchsdiagnose erstreckt sich auf den Geruch von Schweiß, Mundgeruch und den Geruch der Ausscheidungen.

Die asiatische Diagnostik erfolgt durch Betastung, Beobachtung und Befragung - Pulsdiagnose, Augendiagnose, Zungendiagnose und Urindiagnose stehen dabei im  Mittelpunkt der Betrachtung

Details zur Asiatischen Diagnostik:

Die Diagnostik der asiatischen Medizin soll über das Ungleichgewicht der drei Körperenergien sowie über die Stärke des Qi Aufschluss geben. Die sorgfältige Beobachtung ohne weitere Hilfsmittel ermittelt am Patienten äussere Zeichen der Störung.

Diagnose durch Betastung
Die tibetische Pulsdiagnose
Die tibetische Pulsdiagnose ist der zentrale Kern der tibetischen Medizin. Sie ist in der Lage die energetische Situation des Patienten in seiner Ganzheit frühzeitig zu erfassen, oft noch bevor Krankheiten ausbrechen. Zusammen mit Zungendiagnose und Urinbetrachtung  dient sie als effektives Verfahren um Krankheiten  und deren psycho-emotionalen Ursachen  frühzeitig zu diagnostizieren.

Es handelt sich um ein hochempfindliches Diagnoseverfahren mit erstaunlichster Präzision, welches neben langjähriger Erfahrung ein hohes Maß an Intuition und sehr viel Fingerspitzengefühl, Tastsinn und Einfühlungsvermögen erfordert. Damit ist sie eine der schwierigsten Disziplinen traditioneller ärztlicher Kunst.

Der Arzt liest mit Zeigefinger, Mittelfinger und Ringfinger die alle direkt nebeneinander auf die Haut aufgelegt werden um dann wie beim Klavierspielen einer nach dem anderen die Haut einzudrücken.

Die Pulsqualitäten
An jeder der erwähnten Pulsstellen wird die Pulswelle ertastet. Zeit ist nur eine der Qualitäten, daneben spielen Länge, Breite, Tiefe, aber auch Kraft,  Fülle und  Form der Welle eine Rolle. So wie ein Sturm eine hohe steile Welle aufbauen kann weist ein  am Lebersitus  saitenförmmiger oder wie ein Drahtseil gespannter Puls auf eine Leberstauung hin, psychisch z.b.Wut, Widerstand, nicht akzeptieren können?) kann bei völliger Windstille eine flache, langezogene kaum spürbare Welle auf ein Burning out mit totaler körperlicher wie psychischer Erschöpfung hindeuten. Eine Leere im Herzpuls z.b.  kann auf körperlicherseits auf funktionelle Herzbeschwerden hinweisen, zugleich zeigt er aber auch einen Mangel an Herzensenergie= Freude, Leidenschaft an.

Man unterscheidet 15 wesendliche Pulsqualitäten

Das Betasten des Körpers
Festigkeit der Gewebe, Beweglichkeit der Gelenke, Reflexzonenbetastung, Widerstände, Abwehrspannung, Schmerzpunktbetastungen liefern weitere wichtige Hinweise auf den Energiezustand.  

Diagnose durch Augenschein
Die kritische Betrachtung weiterer Organe gibt wichtige Hinweise auf das Krankheitsgeschehen. Besondere Beachtung finden Haut, Gestalt und Konstitution, Haltung, Bewegung, Reinlichkeit, Zähne und Augen besonders auch Blickfestigkeit und Ausstrahlung.

Besondere Bedeutung kommt der Zungendiagnose zu. Form, Farbe, Feuchtigkeitsgehalt und Farbverteilung auf dem Zungenkörper  sind entscheidend bei der Diagnosefindung.

Urindiagnose
Der Urin ist ein außerordentlich gutes diagnostisches Medium wenn es darum geht das Ungleichgewicht der körperlichen Energien richtig zu diagnostizieren. Die Begutachtung des Urins gilt als das zweitwichtigste Diagnoseinstrument in der tibetischen Heilkunde. Folgende Faktoren sind von Bedeutung und haben eine spezifische Aussagekraft:

Diagnose durch Gehör
Stimme, Klang, Sprache, Redefluss und Atmung werden aufmerksam registriert, um die Essenz dahinter zu erspüren

Diagnose durch Geruch
Mundgeruch, Schweißgeruch und Uringeruch helfen bei der Diagnosestellung

Diagnose durch Befragung
Beschwerden, Gewohnheiten, Befriedigung menschlicher Grundbedürfnisse, spirituelles Lebenskonzept, Lebenssinn, Freude, Sorgen, soziale und Familiäre Einbindung etc werden interessiert erfragt.

Ingfried HobertDr. med. Ingfried Hobert, An der Friedenseiche 5, D-31515 Steinhude am Meer

Arzt für Allgemeinmedizin, Naturheilverfahren, Umweltmedizin, Traditionelle Chinesische Medizin, tibetische Heilverfahren, Ethnomedizin

Tel. 05033 / 9503 0,  eMail: praxis@drhobert.de

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